Starthilfe Thermodynamik

Mehr Repetitorium als Starthilfe

Ziel dieses Buches ist es, eine Starthilfe bzw. einen Einstieg in die Thermodynamik zu bieten, sich jedoch gleichzeitig auf das Wesentliche zu beschränken. Das ist gut und schön, doch wie die Autoren selber feststellen, bereiten gerade die thermodynamischen Grundlagen die meisten Schwierigkeiten.

Der sehr formal und kompakt bzw. knapp gehaltene Inhalt mit sehr hoher Informationsdichte sowie die rein schwarz/weisse Gestaltung mit den sehr kleinen, nur logisch-informierenden und damit abstrakt wirkenden Abbildungen erfordern ein hohes Mass an Konzentration auf den sehr theoretisch bis trocken wirkenden Text, der oft genug ohne zusätzliche verständnisfördernde Bilder und Beispiele auskommen muss.

Die bei vielen Aufgaben und Teilaufgaben absolut notwendige Bilanzierung offener Systeme wird nur rein theoretisch abgehandelt. Das Kapitel über technische Anwendungen kann mit einem Beispiel pro vorgestellter Anwendung nur einen ersten Überblick vermitteln. Der Erwerb einer für Klausuren unabdingbaren Praxis und eines Gefühls für das Herangehen an thermodynamische Aufgabenstellungen ist damit unmöglich. Die wichtigen und oft prüfungsrelevanten Gebiete der feuchten Luft und der technischen Verbrennung fehlen ganz, hier wird auf anzuschaffende Sekundärliteratur verwiesen.

Insgesamt gesehen wirkt dies dem Grundlagenerwerb sehr kontraproduktiv entgegen und das Buch verfehlt daher sein selbst gesetztes Ziel als Starthilfe für Einsteiger. Auch als Vorbereitungshilfe für Klausuren und Prüfungen eignet es sich nur sehr bedingt. Da hilft auch das Nachvollziehen der insgesamt 15 recht einfach gehaltenen Beispiele nicht wirklich weiter. Ein Anhang mit Stoffdaten, Konstanten oder wichtigen Praxiswerten w.z.B. Wirkungsgraden oder Leistungsdichten fehlt. Von uns ist es deshalb wirklich nur als sehr preisgünstiges Repitorium empfehlenswert.

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